Leerstandskataster abgeschlossen – Plattling schafft neue Grundlage für eine lebendige Innenstadt
Die Stadt Plattling hat das Leerstandskataster für die Innenstadt erfolgreich abgeschlossen. Die Erhebung wurde durch Dipl.-Ing. Tobias Hanig im Auftrag der Stadt durchgeführt und bietet erstmals einen vollständigen Überblick über alle gewerblichen Einheiten im Zentrum. Die Analyse zeigt, wo Potenziale liegen, welche Herausforderungen bestehen und welche Schritte sich für die zukünftige Entwicklung ableiten lassen. Gefördert wurde das Projekt mit 60 Prozent aus dem Programm Lebendige Zentren.
Gefühlter vs. tatsächlicher Leerstand
Die Auswertung macht deutlich, dass viele Geschäfte zwar belegt sind, jedoch nur eingeschränkt geöffnet haben oder wenig Laufkundschaft anziehen. Dadurch entsteht ein Eindruck von Leerstand, der höher erscheint als die tatsächliche Situation. Tobias Hanig beschreibt diese Diskrepanz so: „Der gefühlte Leerstand ist deutlich höher als der tatsächliche. Viele Flächen sind belegt, wirken aber durch eingeschränkte Öffnungszeiten oder geringe Frequenz wie Leerstände. Genau deshalb ist eine objektive Datengrundlage so wichtig.“
Aktuell suchen lediglich eine großflächige Ladeneinheit sowie ein Gebäude mit gastronomischer Nutzung neue Mieter. Zusätzlich werden zwei kleinere Einheiten angeboten. Weitere leerstehende Flächen werden von Eigentümerinnen und Eigentümern derzeit nicht aktiv vermietet und stehen dem Markt somit faktisch nicht zur Verfügung. In der Landauer Straße werden mehrere leerstehende Gebäude im Zuge geplanter Neubauvorhaben künftig entfallen – das Angebot an nutzbaren Ladenflächen wird sich dadurch perspektivisch verändern.
Dienstleistungsanteil steigt – Einzelhandel nimmt ab
Die Analyse zeigt außerdem, dass in der Innenstadt inzwischen ein sehr hoher Anteil an Dienstleistungen vertreten ist. Viele frühere Einzelhandelsflächen wurden in den vergangenen Jahren umgenutzt. Das führt zu weniger Laufkundschaft und einer geringeren Vielfalt klassischer Einzelhandelsangebote. Um die Nutzungsvielfalt zu stärken, werden künftig gezielte Impulse notwendig sein, die wieder mehr publikumsorientierte Angebote in die Innenstadt bringen.
Sanierungsbedarf als Chance
In Teilen der Innenstadt besteht ein teilweise hoher Sanierungsbedarf – sowohl baulich als auch gestalterisch. Die Befunde zeigen klar, wo Verbesserungen sinnvoll wären, um Gebäude langfristig attraktiv zu halten und unterschiedliche Nutzungen zu ermöglichen. Gemeinsam mit den Eigentümerinnen und Eigentümern sollen hierfür passende Schritte entwickelt und Fördermöglichkeiten aufgezeigt werden.
Nächste Schritte für die Innenstadt
Die Stadt Plattling arbeitet bereits seit Jahren aktiv an der Weiterentwicklung der Innenstadt – durch Gespräche mit Eigentümerinnen und Eigentümern, die Begleitung von Nutzungswechseln und die Unterstützung bei Modernisierungsmaßnahmen. Ein zentraler Baustein ist die geplante Neugestaltung des Stadtplatzes, die in den kommenden Jahren neue Aufenthaltsqualitäten schaffen wird.
Das Leerstandskataster knüpft an diese kontinuierliche Arbeit an und bildet nun eine klare Grundlage für die nächsten Schritte. Die Stadt wird:
- Eigentümerinnen und Eigentümer gezielt ansprechen,
- über Nutzungsmöglichkeiten und Förderangebote informieren,
- neue Ideen für die Belebung mindergenutzter Flächen entwickeln – etwa durch passende Gewerbe, Dienstleistungen oder temporäre Nutzungen.
Die Daten werden fortlaufend aktualisiert und dem neu gewählten Stadtrat zur Beratung und Entscheidungsfindung vorgelegt. Das Kataster wurde dem Stadtrat bereits vorgestellt und ausführlich diskutiert.
Stimmen zur Analyse
Bürgermeister Hans Schmalhofer betont die Bedeutung der Ergebnisse: „Das Leerstandskataster gibt uns einen klaren Blick auf die aktuelle Situation und zeigt, wo wir gemeinsam ansetzen können. Die Innenstadt steht vor großen Veränderungen – und genau deshalb brauchen wir verlässliche Daten, gute Zusammenarbeit und neue Ideen.“
Tobias Hanig ergänzt: „Die objektive Erhebung hilft uns, die Diskrepanz zwischen gefühltem und tatsächlichem Leerstand zu verstehen. Sie zeigt, wo die Innenstadt bereits stabil ist und wo gezielte Impulse notwendig sind, um Nutzungen zu stärken oder neu zu entwickeln.“
Ein positives Signal für die Zukunft
Mit dem Abschluss des Leerstandskatasters setzt die Stadt Plattling ein deutliches Zeichen für eine zukunftsfähige Innenstadt. Die gewonnenen Erkenntnisse schaffen Transparenz, erleichtern die Zusammenarbeit mit Eigentümerinnen und Eigentümern und eröffnen neue Perspektiven für Handel, Dienstleistung und Aufenthaltsqualität.
Chancen für die Innenstadt sichtbar machen: Plattling entwickelt ein Leerstands- und Potenzialkataster
Die Stadt Plattling geht einen wichtigen Schritt zur nachhaltigen Entwicklung ihrer Innenstadt: Mit Unterstützung des Bund‑Länder‑Programms „Lebendige Zentren“ entsteht ein digitales Leerstandskataster, das künftig als Instrument für strategische Entscheidungen und Fördermaßnahmen dienen wird. Die Regierung von Niederbayern hat hierfür bereits eine Förderung in Aussicht gestellt.
Trotz einer weiterhin guten Grundausstattung an Geschäften ist in der Plattlinger Innenstadt ein Rückgang klassischer Einzelhandelsnutzungen zu beobachten. Damit steigt das Risiko von Leerständen und mindergenutzten Immobilien. Die Stadt reagiert frühzeitig und setzt ein klares Zeichen, dass die Stärkung der Innenstadt aktiv und strukturiert angegangen wird.
Mit der Erstellung des Leerstandskatasters wurde Herr Tobias Hanig als selbstständiger, externer Projektpartner beauftragt. Die Finanzierung erfolgt zu 60% über die Städtebauförderung. Herr Hanig wurde durch ein offizielles Schreiben der Stadt beauftragt und autorisiert, die erforderlichen Daten im Auftrag der Verwaltung zu erheben. Gleichzeitig ist er legitimiert, bei Rückfragen Interessierter vor Ort Auskunft über seine Tätigkeit zu geben – und freut sich auf einen offenen und konstruktiven Austausch.
Im ersten Schritt wird das im Bauverwaltungsamt bereits eingesetzte GEO-Informationssystem RIWA-GIS technisch erweitert, um das Kataster dauerhaft fortschreiben und verwaltungsintern nutzen zu können. Anschließend beginnt die systematische Erfassung aller gewerblichen Immobilien im Innenstadtbereich. Dokumentiert werden sowohl vermietete Objekte als auch Leerstände, ergänzt durch Fotodokumentationen, vorhandene Baupläne sowie zentrale Objektparameter wie Größe, Bauzustand und Nutzungspotenzial. Auf dieser Basis entsteht ein kombiniertes Leerstands‑ und Potenzialkataster, das sowohl bestehende Defizite als auch gezielt Entwicklungschancen der Innenstadt sichtbar macht.
Im zweiten Schritt sollen gezielt jene Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Gewerbetreibenden unterstützt werden, die aktiv etwas an bestehenden Leerständen oder mindergenutzten Immobilien verändern möchten – insbesondere durch konkrete Handlungsempfehlungen und passgenaue Unterstützungsangebote.
Die Ergebnisse der Erhebungsphase sollen im Mai dem neu gewählten Stadtrat vorgestellt werden und bilden die Grundlage für weitere Maßnahmen zur Stärkung der Innenstadt.
Stadt Plattling